Zertifikate – eine Verlustquelle?

Man sieht es immer wieder in den Statistiken: Das Zertifikatevolumen befindet sich meist nur im siebenstelligen, manchmal auch im achtstelligen Bereich. Auf 1€ in Zertifikaten kommen durchschnittlich 100€ in Anleihen. Der Grund für das niedrige Volumen liegt in der Risikoscheu der Spieler: Durchschnittlich maximal 3% der Spieler1 nutzen Zertifikate. Dies ist aber ein Problem, was schon mehrere Jahre alt ist.

An dieser Stelle möchte ich mit einem Vorurteil aufräumen: Es ist so, dass die Systembank im Zertifikatebereich tendenziell  draufzahlt2, was bedeutet, dass durch diese Anlagemöglichkeit dem Spiel eher Geld zufließt.
Aus diesem Grund möchte ich Ansätze liefern, wie man mit Zertifikaten Geld verdienen kann. Eine wichtige Regel ist: Wissen ist Macht! Je mehr Daten man sammeln und auswerten kann, desto effektiver ist eine AGSX-Prognose möglich.

Screenshot Tabelle 30-Tage.FPSchnitt

Screenshot aus Exceltabelle mit durchschnittlichen 30-Tage-FP-Werten aus dem Juli 2015 (ohne AG-Nennung)

Zuerst möchte ich der Prognose des Größenteils des AGSX widmen. Dabei gehe ich auf die Ermittlung der Wechsel ein. Die Prognose von AGSX-Punktzahlen werde ich demnächst in einem weiteren Artikel behandeln.
Für eine Abschätzung der Wechsel sollte der durchschnittliche 30-Tage-FP-Wert gespeichert werden. Dieser Wert ist aufgrund einer Gewichtung von 3,33% pro Tag recht träge, wodurch eine Manipulation nahezu unmöglich ist. Die so verzögerte Wirkung von plötzlichen, aber dauerhaften Wertänderungen sorgt für einen annährend linearen Verlauf dieses Wertes. Als Beispiel hier ein paar Werte, die ich in der nebenstehenden Grafik sammelte3. Anhand der Differenz zweier Tage kann so ein Wechsel im Größenhighscore mit hoher Sicherheit ermittelt werden.

Nun möchte ich mich mit dem Wechseln im Wachstumshighscore beschäftigen. Die Reihenfolge der wachstumsstärksten AGs im AGSX wird anhand der durchschnittlichen Platzierung der letzten 30 Tage im Wachstumshighscore festgelegt. Daher lohnt es sich, diese Daten zu sammeln. Dabei wird man feststellen, dass bei den meisten AGs sich ein klarer Trend abzeichnet. Wenn man anhand des Trends der Vortage eine Prognose der AGSX-Zusammensetzung durchführt, kann man so mit geringem Risiko zumindest Gefahren, häufig sogar die genaue Zusammensetzung des AGSX feststellen. Zu einer Trendfeststellung noch ein Tipp: Die AGSX-Punktzahl einer AG sinkt oftmals zwei Tage früher als die durchschnittliche Platzierung der letzten 30 Tage.

1 Messungen: 06.08.2015: 2,47% der Spieler  19.08.2015: 2,86% der Spieler
2 Quelle: Äußerung eines Admins im Chat vom Monatsanfang August 2015
3 Der Screenshot stellt Daten aus dem Juli 2015 dar. Dies erfolgte bewusst ohne Nennung von AG-Namen, um keine Premiuminformationen zu veröffentlichen.

1 comment for “Zertifikate – eine Verlustquelle?

  1. blueman
    20. November 2015 at 10:15

    Die Summe, die die Systembank so täglich draufzahlt ist wenn ich mich nicht irre eher tendenziell gering, d.h. dass der größte Teil der Gewinne die Verluste der nicht-Gewinner sind.

    Wenn die Änderung des AGSX relativ klar und plausibel ist, stellt sich meistens auch relativ ein unattraktiver Hebel ein. Und bei dem Risiko des Totalverlustes sinkt wohl bei vielen AGs die Lust bei einem (beispielsweise)1,02-Hebel zu zeichnen. Auch ist es in solchen Fällen schwer für größere Volumina gute Hebel zu bekommen. Je mehr Leute den AGSX ausreichend gut schätzen/berechnen können, desto schneller wäre wohl der Hebel bei der 1 angelangt. Dann ist eher entscheidend wer zuerst zeichnet.

    Zudem gibt es wohl genug AGs, die sich damit die Finger verbrannt haben und auch wenn es eine zeitlang gut läuft reicht oft ein Tag des Irrtums aus um alles zuvor gewonnene wieder zu verlieren.

    Interessanter wird es wenn die Änderung des AGSX voraussichtlich so knapp ist, dass keine verlässliche Aussage gemacht werden kann oder Insider-Infos vorliegen, die den AGSX signifikant beeinflussen können (z.B, geplante Übernahme einer relevanten AG, die bis kurz vor Tageswechsel nicht so vorauszusehen war). In solchen Fällen sind wohl höhere Gewinne möglich, aber aufgrund des höheren (realen und empfundenen) Risikos wird es entsprechend viele enttäuschte Gesichter geben, die dann erstmal Abstand von den Zertifikaten nehmen.

    Von daher befürchte ich, dass die Zertifikaten auch weiterhin ein Nischendasein führen werden.

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