Newcomer Inside #4 “Bewertung von AG`s Teil 3”

Newcomer InsideNewcomer Inside ist eine Kolumne mit Leitfäden und Tipps für neue Aktiengesellschaften am Markt. Die Kolumne setzt sich aus eigenen Erfahrungen des Autors J.R.Ewing sowie Recherchen und Befragungen am jungen Aktienmarkt zusammen. Mit einfachen und verständlichen Beispielen Schritt für Schritt zum Erfolg. Von Newcomern für Newcomer!

Um die Serie „Bewertungen von Aktiengesellschaften“  sowie den Auf- und Ausbau des PKS Wertes (Persönliche Kapitalstabilität) abzuschließen, möchte ich in der heutigen 3. Folge dieser Serie noch ein paar Bewertungskriterien bzw. Bewertungsansätze ins Rennen schicken. Mit einer kleinen Zusammenfassung und der PKS Kalkulationsübersicht möchte ich dann dieses Thema abrunden.

Mit Sicherheit könnten noch unzählige Bewertungsmöglichkeiten einer Aktiengesellschaft behandelt werden, aber da ich in erster Linie für Newcomer eine einfache und schnelle Einschätzung ermöglichen möchte, wäre eine zu große Ansammlung von Bewertungspunkten am Ende eher verwirrend und würden den Zweck der Schnelleinschätzung verfehlen. Vielleicht werde ich in der Kolumne außerhalb des PKS und dieser kleinen Serie hin und wieder einen Betrag zu diesem Thema schreiben.

Für den PKS habe ich nun noch folgende Kriterien aufgenommen

1. Handelsaktivität und Aktienkontoauszug

2. Das Wachstum (Buchwert und FP)

Für die Auswertung und Betrachtung verwende ich Screenshots von meiner AG, damit ich keiner Fremdfirma auf die Füße trete, falls ich mal was vermeintlich Negatives schreibe.

Wenn man sich bei der Handelsaktivität nur an den % orientiert, ist das nicht ausreichend. Denn auch bei hohen %en sagt das nicht unbedingt aus, dass die Aktiengesellschaft nur zu empfehlen ist. Es wird auch oft mit einer Masse an 1 Stück Aktien gehandelt, um die Handelsaktivität hoch zu halten. Das alte Spiel „wo es ein Ranking gibt, muss man ganz oben sein“. Also sollte man auch schon mal schauen, mit welcher Aktivität dieser % Wert erreicht wurde.

Auch könnte man ein gutes und logisches Beispiel bringen. Eine Aktiengesellschaft mit z.B. 80% Aktivität macht bei jedem Handel Verluste und eine Aktiengesellschaft mit 40% Aktivität bei jedem Handel Gewinne. Auf welche AG würde man nun setzen? Jetzt stell doch nicht so blöde Fragen J.R. richtig? 😉

Damit möchte ich einfach nur verdeutlichen, dass der erste Eindruck zwar gut ist und auch sein kann, aber man sollte immer hinter die Kulissen schauen! Das gilt übrigens auch für alle Rankings im Spiel! Nicht nur die Platzierung im Ranking ist wichtig, sondern wie und warum eine Aktiengesellschaft dort steht!

Im Grunde kann man aber auch sagen, dass eine gewisse Handelsaktivität auf jeden Fall schon mal besser ist, als eine von 0% 😉

Ein Blick in den Aktienkontoauszug kann da Licht ins Dunkle bringen. Nehmen wir mal meinen Kontoauszug als Beispiel. (Diesen Kontoauszug kann jede AG auch ohne Premium einsehen!) Man kann diesen Aktienkontoauszug auch individuell sortieren lassen. Für das Beispiel lasse ich die Grundeinstellung so, dass nach Datum der Handlungen sortiert wird. Auf der rechten Seite also die einzelnen Handelsaktivitäten.

Aktienkontoauszug

Was kann man in diesem Kontoauszug also erkennen? Welche Aktien wurden in welcher Stückzahl zu welchem Preis eingekauft und auch verkauft? Ist die Aktivität nun mit Gewinnen gefüttert oder mit Verlusten?

Beispiel 1: Zero Bonds Investing             

Einkauf 5.000 Stück zu 10,00€ am 25.05.2013 gesamt -50.000,00€

Verkauf 4.500 Stück zu 13,00€ am 26.05.2013 gesamt +58.500,00€

Ein schneller Handel mit einer jungen Aktiengesellschaft, wo bereits beim Verkauf von 4.500 Stück. Ein Gewinn von 8,500,00€ eingefahren wurde. Ein kleines Beispiel für ein Daytrading mit kleinem Erfolg.

Beispiel 2: Niedersachsen AG

Einkauf 300 Stück zu 125,00€ am 25.05.2013 gesamt -37.500,00€

Verkauf 300 Stück zu 135,00€ am 25.05.2013 gesamt +40.500,00€

Dies auch wieder eine schnelle Trading Aktion mit kleinem Gewinn. Das Motto bei diesen Aktionen ist einfach „Kleinvieh macht auch Mist“

Wichtig ist, dass man den Kontoauszug nach Gewinnen und Verlusten kontrolliert und am Ende die Gewinne natürlich überwiegen. Aber nicht jeder Handel ist ein Knüller! Auch sind oft Einkäufe im Auszug, wo kein Verkauf zu sehen ist. Da muss man dann in die jeweilige Aktiengesellschaft schauen, ob dies vielleicht ein Einkauf gewesen ist für eine langfristige Anlage, oder ob sich der Verkauf sich vielleicht als schwer darstellt.

Um es aber einfach zu halten genügt ein Blick auf die Aktivitäten und eine kurze Ein- und Verkaufsanalyse mit Gewinn oder Verlusttendenz.

Bei meinem Depot würde ich mal von einer kleinen Gewinntendenz ausgehen und dass die % meiner Handelsaktivität auch einem normalen Trading entsprechen und nicht durch viele 1 Stück Käufe gepusht wurde. In Kombination mit meinem Depot (was auch jede AG ohne Premium einsehen kann) kann man dann gute Rückschlüsse auf eine gewisse Kapitalsicherheit ansetzen. Zum Thema Depot einfach noch mal in den Teil 2 dieser Serie schauen. 

Das Thema Wachstum einer AG kann mit einem Premium Account schon etwas leichter analysiert werden. Der Faire Preis (FP / FP30) als Systemindikator ist zwar nach vielen Meinungen keine 100%ige Kapitalsicherheit, aber wenn dieser Wert einer Aktiengesellschaft stetig und stabil steigt, kann dies schon eine Sicherheit darstellen. In Kombination mit der Buchwertentwicklung ist der FP wirklich hilfreich.

FP Entwicklung JR

FP Entwicklung

Der Blick auf meine Bilanz im Screen zeigt eine stetig steigende FP-Wertentwicklung. Zwar gibt es an manchen Tagen leichte Rückschläge, aber wichtig ist der gesamte Verlauf vom Buchwert. Bei Aktiengesellschaften mit einer wochenlangen negativen Entwicklung, würde ich das Depot mal durchsehen und einen kritischen Blick auf die Handelsaktivität (Aktienkontoauszug) werfen. Nicht jede negative Entwicklung vom Buchwert ist schlecht, aber eine dauerhafte Tendenz muss auf jeden Fall kontrolliert werden, bevor eine Investition folgt.

Den gleichen Trend kontrollieren wir im Bereich des FP. Sollte auch eine stetige und stabile Wachstumsrate vom System dargestellt werden, haben wir eine doppelte Absicherung für die zukünftige Entwicklung eines Unternehmens. Der folgende Screen zeigt deutlich einen Aufwärtstrend. Hier auch ab und an kleine Ruhephasen in der Entwicklung, aber langfristig gesehen könnte man davon ausgehen, dass diese Aktiengesellschaft weiter stabil steigt.

Einige Unternehmen stellen Ihren aktuellen FP auch in das Firmenprofil, damit sozusagen mit offenen Karten gespielt wird und auch Gesellschaften ohne Premium Account zumindest einen aktuellen Blick auf die Preis- Leistung der Aktie werfen können. In meinem Profil wird dieser Wert fast täglich aktualisiert.

Noch schöner ist es für Aktionäre und zukünftige Anleger, wenn eine Aktiengesellschaft monatliche Berichte über das Unternehmen als Artikel in die Börsenzeitung setzt. Diese sind auch bei einigen AG`s im Firmenprofil zu finden.

So kann man wieder sehen, wie wichtig ein gut gefülltes Firmenprofil ist und was für Möglichkeiten es im Spiel gibt! Es geht doch immer um „Vertrauen“ für die Anleger und Transparenz für den Markt ist einfach ein großer Anteil davon. Wir freuen uns sehr über Newcomer, die den Spielspaß für sich entdecken und diese Möglichkeiten für sich und den Markt nutzen. Schreibt doch mal einen Zeitungsartikel.. 😉

Nun möchte ich die PKS Bewertungskriterien dieser Serie noch mal zusammenfassen

  • 15% für das Firmenprofil (Firmenlogo, Beschreibung, Informationen)
  • 5% für eine Indexmitgliedschaft
  • 5% für Dividenden (zwischen 1% und 5%)
  • 20% für Zertifikate (0% sind eingestellt)
  • 10% Anleihen (gut bzw. überhaupt gezeichnet)
  • 10% für gute Streuung des Depots (5% bei schlechter Streuung)
  • 10% für positive Handelsaktivität (Aktienkontoauszug) 5% für mittelmäßige Aktionen
  • 15% für stabiles Wachstum (Buchwert / FP) 5% für schwankend bis leicht negativ

Maximal PKS möglich: 90%

Aufgrund der unglaublich vielfältigen und auch individuellen Möglichkeiten eine Aktiengesellschaft zu bewerten, habe ich maximal 90% angesetzt. 100% wird sicher mal vom System (EKS) vergeben, aber beim PKS (Persönlicher Kapital Stabilität) sind mögliche 90% schon völlig ausreichend für eine Einschätzung.

Ich hoffe, dass ich mit dieser kleinen Serie in meiner Kolumne vielen Newcomern ein wenig helfen konnte/kann und wünsche Euch allen viel Erfolg beim Aufbau Eurer erfolgreichen Aktiengesellschaft. In der nächsten Ausgabe geht es dann weiter mit interssanten Newcomer Tipps und Hilfestellungen.

Mit besten Grüßen

Euer J.R.Ewing

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